von Sternschnuppen und Träumen

Heute muss ich besonders an diese eine Nacht im Sommer 2013 denken.
Du- meine große Liebe- und ich. Es war ein sehr heißer Tag, jetzt sind die Temperaturen ertragbar. Es ist eine Sommernacht, wie man sie sich wünscht. Kurze Hose, Top, Cabrio, barfuß, du und ich.
Wir fahren auf einen Berg im Dorf, wo man über die angrenzenden Dörfer blicken kann. Viele Landwirte fahren noch die Heuernte, damit sie sicher is Trockene kommt. Von weiten hört und sieht man die großen Maschinen. Grillen zirpen, Mücken flattern, es riecht nach Sommer und Heu.
Nur du, der Sternenhimmel, die Sommernacht und ich.
Im Cabrio lassen wir die Sitze zurück, legen uns hin, schauen in den Sternenhimmel.
Ruhe, die man genießt.
Da, eine Sternschnuppe! Schnell was gewünscht. Weißt du noch, was wir uns wünschten?
Ich weiß es noch - ganz genau.
Mein erster Wunsch war, dich niemals verlieren zu müssen.
Bei der zweiten Sternschnuppe wünschte ich mir, dass wir beide gesund bleiben und meine Familie gesund bleibt.
Die dritte Sternschnuppe ließ nicht lange auf sich warten. Ich wünschte mir, dass die Pferde gesund bleiben und wir weiterhin tolle Erfolge mit ihnen feiern würden.

Das waren meine drei größten Wünsche, an die ich mich heute im Juni 2015 noch ganz genau erinnern kann. Dieser Moment - du und ich und die Sommernacht - ich werde ihn wohl nie vergessen. Wie du mich in deine Seele hast blicken lassen und deine Gefühle für mich geäußert hast.

"Ich liebe dich, über alles... DU bist die wichtigste Person in meinem Leben. ICH möchte meine Zukunft mit dir zusammen gestalten und aufbauen. Du und ich - wir sind ein Team!"


Was wurde aus unseren Wünschen? Aus all unseren Hoffnungen? Wir hatten so viel vor.

 

Jetzt wird über deinen Tod geredet. Ich habe sowieso kein Mitspracherecht mehr. Von passiver Sterbehilfe. Ist ja legal. So wolltest du nicht weiterleben. Sei ja das Beste für dich - nachdem man dich hat 2 Jahre leiden lassen. Pflegefall. Decke anstarren. Warum hat man nicht viel früher in deinem Sinne gehandelt?!
Die Frage nach dem "Warum?" stelle ich mir nicht mehr. Man muss akzeptieren, ob man will oder nicht.
ICH muss akzeptieren, dass ich die Liebe meines Lebens verloren habe - für immer.
Unfall; tragisch.
Betrunken.
Man fährt auch nicht betrunken Auto, verdammt! Ich wollte dich abholen, habe die ganze Nacht auf deinen Anruf gewartet. Und du setzt dich trotzdem ins Auto. Betrunken. Warum hast du mir das angetan?

Es ist heute eine laue Sommernacht. Ich schaue in den Himmel. Suche Sternschnuppen. Wie vor zwei Jahren. Als du und ich noch ein Team waren.
Heute gehe ich wieder meinen Weg; stark, selbstbewusst. Ich bin ja stark, das hast du damals schon immer gesagt.
Man sagt ja, dass man immer erst einmal die Orientierung verlieren muss, um wieder klar sehen zu können.
Ich sehe die Dinge heute so klar wie vor zwei Jahren.
Aber warum lässt man dich erst zwei Jahre leiden, bevor man eine medikamentöse Therapie gegebenenfalls einfriert?
Wenn du doch nur noch einmal mit mir reden könntest! Verdammt!!!

Ich habe das Gefühl, dass man die Liebe des Lebens nur einmal trifft. Und es war die schönste Zeit meines Lebens.
Vielleicht heißt es bald Abschied nehmen.
Und da sehe ich eine Sternschnuppe. Ich wünsche dir, dass du deinen Frieden findest und dich bald nicht mehr quälen musst.
Du warst die Liebe meines Lebens.
Und so wird es auch immer bleiben.
Ich muss weitermachen, stark sein. Hilft ja alles nichts. Mein Leben geht weiter, auch wenn du ein riesig klaffendes Loch hinterlassen hast.

8.6.15 21:39

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Schatzsucherin / Website (9.6.15 11:17)
Gänsehaut...
Tut mir leid, was du durchmachen musst. Immer schön stark bleiben und froh sein über die Zeit, die du mit ihm hattest!
Alles Liebe, Schatzsucherin

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